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Schützen bereiten sich schon aufs nächste Jahr vor



Zur Begrüßung gab es Freibier, der Jahresrückblick war wahrscheinlich einer der kürzesten aller Zeiten, der halbe erweiterte Vorstand wurde in einem Rutsch wiedergewählt, weil er bis zur nächsten Versammlung sowieso keinen offiziellen Auftritt mehr hat, und – auch wenn man es am Wetter kaum gemerkt hätte – im Kalender stand nicht Januar, sondern August: Die Jahreshauptversammlung der Altenrüthener Schützen war so ganz anders als in normalen Zeiten.

„Bei der letzten Jahreshauptversammlung haben wir uns noch auf ein nächstes Schützenfest und einen schönen Frühling und Sommer gefreut“, sagte Vorsitzender Klaus Müller. An Christi Himmelfahrt, berichtete Geschäftsführer Michael Müller, gab es trotzdem ein kleines Schützenfest-Ersatzprogramm in der Stefanusstraße und der Vorstand legte nach der Schützenmesse einen Kranz am Ehrenmal nieder.

Damit nächstes Jahr wieder ordentlich auf den Vogel geschossen werden kann, wurde die Vogelstange im vergangenen Jahr umfangreich erneuert. Der Jahresrückblick 2021 werde bei der nächsten Versammlung wohl auch ziemlich kurz ausfallen, vermutete Michael Müller, es stehen aber noch ein paar Termine an: Am 11. September steht das Fest der Kreuzerhöhung an. Am 14. November wollen die Schützen den Volkstrauertag begehen und vielleicht kann am 29. Dezember sogar das Pokalschießen durchgeführt werden.

Im nächsten Jahr soll das Dorfjubiläum gefeiert werden und dafür stehen ebenfalls schon einige Termine fest: Das Buschaufsetzen wird eine Woche vorgezogen auf den 14. Mai und soll mit Umzug und Ehrungen der Jahre 2020 und 2021 zelebriert werden, vom 25. bis zum 27. Mai steht das Schützenfest auf dem Plan und am 13. August soll es ein Kaiserschießen mit Biwak an der Vogelstange geben.

Letztes Jahr wurde der Vorstand damit beauftragt, abzuwägen, ob das Geckkönigschießen schon beim Buschaufsetzen stattfinden sollte. Verlegt wird es zwar nicht, dafür baut Thomas Henne den Geck künftig selbst, sodass die Schützen besser abschätzen können, wie viel Schuss er verträgt.

In der Gemeindehalle werden derweil gerade die Toiletten umgebaut. Einen Zuschuss von der Stadt gab es schon, jetzt sollen zusätzlich 20 000 Euro Spenden per Crowdfunding gesammelt werden. Dafür werden die Altenrüthener aber noch mit ordentlich Informationsmaterial ausgestattet. „Information ist da alles“, sagte Christian Müller. „Wenn alle helfen, das Ganze zu verteilen, kann das nur erfolgreich sein.“


Josef Ratte wird 100 Jahre 



Er hat den Zweiten Weltkrieg samt Erfrierungen und Gefangenschaft durchlebt, es zurück in die Heimat geschafft und sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten und wohlgelittensten Mitbürger in Altenrüthen gemausert. Heute wird Josef Ratte aus Altenrüthen stolze 100 Jahre alt. Damit ist er der älteste männliche Mitbürger im Stadtgebiet.

Altenrüthen – Nur eine Westereiderin überholt Josef Ratte derzeit im gesegneten Alter von 101 Jahren, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Ursprünglich hatte Josef Ratte eine Zwillingsschwester. Klara, die ihn bis zu ihrem Tod mit 94 Jahren auf seinem Lebensweg begleitet hat. „Ich habe immer gesagt: Wenn ihr mal 100 werdet, gehen wir nach Dortmund in die Westfalenhalle“, erinnert sich Tochter Marlies lächelnd. So groß wird freilich heute nicht gefeiert – allein schon coronabedingt. Doch freut sich mit dem Jubilar und seiner Familie auch das ganze Dorf Altenrüthen.

Denn Altenrüthen, das ist Heimat für Josef Ratte. Das war schon immer so. Mit sieben Geschwistern ist er hier im Dorf groß geworden. Das Elternhaus war landwirtschaftlich geprägt; und nach dem Besuch der Volksschule und entsprechender Ausbildung arbeitete er als Landwirt mit.

Doch dann brach der Krieg aus – da war Josef Ratte gerade 18 Jahre alt. Im Februar 1941 wurde er in die Wehrmacht eingezogen. Erst als letzter Altenrüthener sollte er nach Hause zurückkehren – acht Jahre später. „Ich hätte nie gedacht, dass ich die Heimat wiedersehen würde“, erinnert sich Josef Ratte.

Nach der Grundausbildung in der Tschechoslowakei ging es für den jungen Soldaten nach Russland. Er kam bis kurz vor Moskau, als er Erfrierungen am Bein erlitt. Das war sein Glück, überlegt er im Rückblick manchmal – möglicherweise wäre er ansonsten bis Stalingrad gekommen und dort auf ewig geblieben.

Stattdessen wurde Josef Ratte von Russland aus ins Lazarett nach Neusalz an der Oder in Niederschlesien verlegt. Nach dem Aufenthalt musste er weiter dienen; diesmal in Griechenland. Doch bei Kriegsende geriet er in Gefangenschaft. Lange Jahre musste er als Gefangener in einem Bergwerk in Jugoslawien schuften. „Das waren bittere Jahre.“ Die Versorgung war schlecht, der Hunger ein ständiger Begleiter. Erst Ende 1948 begannen die ersten Entlassungen. Und im Winter 1949 durfte auch Josef Ratte heim. Mit dem Zug zunächst ins Auffanglager nach Unna-Massen. Dann gen Altenrüthen. In Rüthen musste er sich anmelden, dort gab es ein wenig Geld für den Neubeginn. „Die Kopfquote“, nennt es der Jubilar.

Zu Hause arbeitete er wieder auf dem heimischen Hof. Und half auch in der Nachbarschaft aus – bei den Schwestern Hötte. 1952 schoss der junge Bursche dann den Schützenvogel ab. Vereinsmitglied war er ja schon lange; seit 1939. Eine der Schwestern, Maria Hötte, nahm er zur Königin. Vielleicht mit Hintergedanken? Die Familie kann heute nur schmunzelnd rätseln. Jedenfalls heiratete Josef Ratte 1953 seine Maria und zog mit in ihr Elternhaus. Aus ihrer Ehe gingen drei Kinder und ebenso viele Enkel hervor.

Die können heute stolz auf ihren Opa blicken, denn der ist seit jeher ein aktives Mitglied der Altenrüthener Gemeinschaft gewesen. Unter anderem eben im Schützenverein: 2019 feierten die Schützenbrüder mit ihm das 80-jährige Jubiläum seiner Mitgliedschaft – das erste in der Vereinsgeschichte überhaupt. Um Josef Ratte gebührend ehren zu können, musste extra der entsprechende Orden angefertigt werden. Mit seiner Maria ließen die Schützen den 100-Jährigen freilich auch schon mehrere Male als Jubelpaar hochleben. Bis heute ist Josef Ratte zudem passives Mitglied im Musikverein.

Sehr gerne hat er bis zur Coronakrise an den monatlichen Altenrüthener Seniorennachmittagen teilgenommen: Das Engagement, das die Vereine für die älteren Mitbürger an den Tag legen, kann die Familie nur loben. Auch sonst besuchte Josef Ratte immer gern die Heilige Messe, freut sich über Besuch und verfolgt interessiert das Tagesgeschehen in Zeitung und Fernsehen. Seine große Leidenschaft aber gilt als treuer BVB-Fan dem Fußball.